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Dorotheenstädtischer Friedhof II

Kurzporträt

Westlich des ehemaligen Grenz- und Mauerstreifens zwischen den Bezirken Wedding und Mitte liegt der ca. 3 ha große und sehr gepflegte Dorotheenstädtische Friedhof II, der bisweilen durch die historischen Gräber der Zirkusdirektoren Paul Busch (1850–1927), Ernst Jacob Renz (1815–1892) und Albert Schumann (1858–1939) als "Friedhof der Zirkusdirektoren" bezeichnet wird.

Die Dorotheenstädtische Gemeinde erwarb 1842 das seinerzeit vor den Toren der Stadt gelegene Grundstück vom Gastwirt Liesen, nachdem die Beisetzungsmöglichkeiten auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof I in der Chausseestraße nicht mehr ausreichten. Mit dem Ankauf besaß die Gemeinde nun ihren ersten eigenen Friedhof. Zuvor hatte sie sich mit der Friedrichswerderschen Gemeinde den Friedhof in der Chausseestraße geteilt.

Mit der Beerdigung des Lebensmittelhändlers Johann Michael Wend fand am 12. Januar 1843 die erste Bestattung statt. 1844 wurde ein Totengräber- und Leichenhaus errichtet, welches 1889 durch eine Kapelle und 1890 durch das von Ratsmaurermeister Vollmer errichtete Verwalterhaus ersetzt wurde.

Das Wandgrab der Familie Lücke aus dem Jahr 1858 ist das älteste erhaltene Grabmal auf dem Friedhof.

Der Friedhof entwickelte sich während des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Begräbnisort, der auch Nichtgemeindemitgliedern zu gleichen Konditionen offen stand. Seine Randlage entwickelte sich durch Straßenbau- und Eisenbahnbaumaßnahmen sowie das enorme Bevölkerungswachstum schnell zur gut erreichbaren Innenstadtlage.

Die Kriegs- und Nachkriegszeit hinterließ ihre Einschnitte in der Geschichte des Friedhofs. Mit schlichten Ehrengräbern wird seit 1982 entlang der Hauptallee an die zahlreichen in Gemeinschaftsgräbern beigesetzten Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert.

Die zerstörte Kapelle konnte 1950/51 durch den Bau einer sogenannten Notkirche nach einem Entwurf von Otto Bartning ersetzt werden.

Neben den eingangs erwähnten Gräbern der berühmten Zirkusdirektoren, lassen sich bei einem Spaziergang über den Friedhof weitere interessante Grabanlagen entdecken, u. a. von Konditormeister Johann Georg Kranzler (1795–1866), Physiker August Kundt (1839–1894), Komponist und Dirigent Otto Nicolai (1810–1849), Dombaumeister und Architekt Julius Raschdorff (1823–1914) sowie von Kaufhausbesitzer Carl Rudolph Hertzog (1815–1894). Sehenswert ist auch das Ehrengrab von Eduard Fürstenberg (1827–1885), dem Begründer des Taubstummenvereins.

Dorotheenstädtischer Friedhof II
Liesenstraße 9
13355 Berlin

Friedhofsbüro:
Tel (030) 4617279, Fax 4628643

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
U6 bis Schwartzkopffstraße

Parkplätze auf dem Gelände: keine

Hauptverwaltung Nord
Bergstraße 29
10115 Berlin
Telefon (030) 28599817
Fax (030) 28599816
nordevfbs.REMOVE-THIS.de

Öffnungszeiten:

Montag von 9.00 bis 12.00 Uhr und Mittwoch von 12.00 bis 15.00 Uhr

Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

S1, S2, S25 bis Nordbahnhof, Tram M8 bis Pappelplatz, Tram M10 bis Gedenkstätte Berliner Mauer, Bus 245 bis Nordbahnhof

Parkplätze auf dem Gelände:

keine